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Meine Erfahrungen im Meditations Retreat im Doi Suthep Kloster Chiang Mai

Meine Erfahrungen im Meditations Retreat im Doi Suthep Kloster Chiang Mai

Meditations Retreat im Doi Suthep Kloster Chiang Mai

Morgendlicher Dhamma Talk beim Retreat im Kloster Chiang Mai, Thailand

Ich hatte echt etwas Schiss im Taxi (Song Tau) quer durch Chiang Mai und rauf auf den Doi Suthep Berg, da unser vorheriger Besuch ziemlich ernüchternd war. Jahrmarktstimmung zu Füßen des Tempels. Die imposanten Treppe zu Doi Suthep Kloster Chiang Mai hinauf, überfüllt mit Touristen und Kinder der Bergvölker (Nordthailands), welche für Geld Fotos von sich machen lassen. Und oben angekommen 20 Baht Eintritt für Nicht-Thailänder.

Meine romantische Vorstellung des Chiang Mai Tempels löste sich binnen Sekunden in Luft auf und doch saßen wir im Taxi mit der Mission 6 Tage meditierend im Tempel zu verbringen.

Das einzig Positive zu diesem Zeitpunkt war die herrlich frische Luft. Wir verbrachten den März 2014 in Chiang Mai und die Luft wurde von Tag zu Tag schlechter. Man konnte die Luft quasi schon durchschneiden – auch ein Grund für uns ins Doi Suthep Kloster in Chiang Mai zu gehen.

Neue Kleider im hauseigenen Kloster-Shop

Wir wurden von einem jungen, freundlichen, sehr friedvoll wirkenden Mitarbeiter empfangen welcher uns mit der passenden Kleidung ausstattete. Ich hatte schon vorher eine weiße Hose und ein weißes Hemd gekauft, die Qualität im Tempeleigenen Shop war jedoch um vieles besser und auch etwas günstiger als unten in der Stadt.

Meditations Retreat im Doi Suthep Kloster Chiang Mai

Die Stelzenhäuser im Doi Suthep Kloster auf 1676 Meter – unsere Unterkunft

Die Unterbringung im Kloster

Jeder bekam ein kleines Zimmer zugeteilt. Jeweils 2 Häuser für die Frauen und für die Männer. Die Häuser stehen auf Betonstelzen, was eine ganz merkwürdige Optik ergibt. Die Zimmer sind schlicht, aber mit Bett und einigen Meditationskissen ausgestattet. Und es gab sogar ein Fenster für jeden – ganz im Gegenteil von so einigen Hotels in der Khao San Road…

Der Mönch

Wir (die Neuankömmlinge) werden in einen mittelgroßen Raum geführt und nehmen auf den Polstern platz. Einige Minuten des Schweigens. Ich schaue nervös auf die Anderen. Diese wiederum starren gerade nach vorne, auf den Platz unseres Meisters.

Als dieser aus dem hinteren Zimmer kommt geht die Begrüßungszeremonie los. Ich verstehe gar nichts aber es werden einige Blumen in eine Schale neben dem Mönch gelegt. Es dauert ungefähr 10 Minuten, dann werden wir vom Mönch noch über den Ablauf der kommenden Tage informiert.

Tagesablauf

Die nächsten Tage wird um 5 Uhr aufgestanden, nur 2 Mahlzeiten gegessen und um 21:00 gehts ins Bett. Reden, Lesen, Fotografieren, Schreiben und vieles mehr ist verboten.

Und so passiert es dann auch die nächsten Tage. Aufstehen ist hart, besonders da es oben auf 1676 Meter ziemlich kalt wird. Das Wetter spielt in den ersten 2 Tagen auch nicht mit und es wird zur großen Überwindung aufzustehen und am morgendlichen Dhamma Talk mitzumachen. Aber es ist Pflicht…

Das Essen ist gut, sehr gut sogar, nur der Kaffee fehlt!!

Drei verpflichtende Termine pro Tag


5:00 Beim Dhamma Talk
erzählt der Mönch was zu tun ist. Wie man meditiert, wie man die Achtsamkeit steigert und sich selbst und andere gut behandelt. Er ist eine strahlende Persönlichkeit und er erzählt auch von seinem Leben und davon dass er dieses Retreat schon lange Jahre leitet. Immer das gleiche, Tag für Tag. Und trotzdem ein sanftes Lächeln im Gesicht und diese ungeheure Ausstrahlung.

14:00 Bei dem Report
berichtet man wie es einem geht. Der Mönch gibt weitere Anweisungen für die persönliche Meditation. Ich bin jedes mal etwas aufgeregt, aber sobald der Mönch den Raum betritt werde ich ganz still und andächtig. Seine Ruhe färbt auf mich ab. So etwas habe ich noch nie zuvor erlebt.

18:00 Beim Evening Chanting
werden Buddhatexte gelesen und gesungen. Der Mönch rezitiert und die Gruppe versucht dem Text zu folgen. Sehr schwierig, aber nach ein paar Abenden gehts ganz gut.

Auf sich alleine gestellt

Meditieren kann man in verschiedenen Tempeln und im eigenen Zimmer. Keine Vorschriften. Ich meditierte jeweils eine Stunde Vormittags und eine Nachmittags. Spazieren, Beobachten und Denken füllt die restliche Zeit. Es war schon seltsam. Die Gruppe lief herum wie Zombies. Selten ein lächeln, meist gesenkte Köpfe und in sich gekehrte Gesichter. Eine totale Entschleunigung, Stunde wurden zu Tagen, Tage zu Wochen…

Meditations Retreat im Doi Suthep Kloster Chiang Mai

Überall glänzendes Gold im Chiang Mai Kloster am Doi Suthep

Abends im Wat Phra That Doi Suthep

Tagsüber ist der Tempel in Chiang Mai überfüllt mit Menschenmassen, nur Abends ab 19:00, wenn alle Touris den Tempel verlassen haben entfaltet sich seine wahre Schönheit und Heiligkeit. Überall Gold welches in den Augen funkelt, eine seltsam feierliche, ruhige und entrückte Stimmung. Nur umgeben von Mönchen und anderen Meditationsschüler fühlt man sich beinahe alleine. Und dann dieser sagenhafte Blick auf die geschäftige Stadt Chiang Mai.

Diese Abende werde ich für immer in meinem Herzen tragen und ich bin sehr dankbar dies erlebt zu haben.

Eine schwierige und zugleich sinn bringende Zeit

Keine wirkliche Ablenkung und so viel Zeit mit sich alleine. Das viele sitzen im Lotussitz (oder so ähnlich ;-) ging ordentlich auf die Knie und auch der Rücken schmerzte. Nur zwei mal Essen war auch ziemlich ungewohnt. Der Magen knurrte oft unkontrolliert. Und dennoch war es eine tolle Zeit. Ich habe viel über mich selbst erfahren und eine tiefere Einsicht erlangt. Ich bin auch ruhiger geworden und stelle weniger Ansprüche.

„Meditation is bringing the mind home“ – Sogyal Rinpoche

Ich werde es wieder tun. Ich möchte den Mönch gerne wiedersehen und auch die Abendstimmung im Tempel erleben. Ich kann es nur jedem weiterempfehlen!

Lesestoff

Für Zuhause

Meine Empfehlungen

  • Kleidung im Tempel kaufen
  • Warme Sachen mitnehmen
  • Taschenlampe einpacken
  • Insektenspray nicht vergessen

Vorher Anmeldung entweder direkt im Tempel oder per Email auf http://www.fivethousandyears.org/

Andere Meditations Retreats in Thailand

Warst du schon mal bei einem Retreat dabei? Kennst du andere Orte, die Meditationsretreats anbieten (Indonesien, Malaysier, Burma,…)? Ich bin gespannt auf dein Kommentar!