Prachuap Khiri Khan | imperialfool
Das echte Thailand kennenlernen in Prachuap Khiri Khan

Das echte Thailand kennenlernen in Prachuap Khiri Khan

Prachuap Khiri Khan Blick vom Tempelberg

Blick vom Tempel oben am Berg

Schon mal was von Prachuap Kiri Khan gehört? Vermutlich nicht. Prachuap ist sicher nicht der hippste, schrillste oder aufregendste Ort Thailands, wenn du Party willst solltest du nach Ko Phangan, Phuket oder Pattaya fahren. Wenn du aber einen Teil des „echten“ Thailand kennenlernen willst, bist du hier genau richtig!

Die Anreise nach Prachuap Khiri Khan

Mit dem Zug gelangt man von Bangkok in ca. 4,5 Stunden nach Prachuap Khiri Khan. Es verkehren auch Busse und Minibusse, welche ungefähr die selbe Zeit brauchen. Ausserdem gibt es Flüge von Bangkok nach Hua Hin. Meine bevorzugte Variante ist der Zug. Die Landschaft zieht gemächlich vorbei, ein bescheidenes Essen wird serviert und man stoppt an fast jedem kleinen Bahnhof an der Strecke.

Der erste Eindruck von Prachuap Khiri Khan

Wie viele Kleinstädte in Thailand. Laut, dreckig und viel los. Nur dass in Prachuap Khiri Khan das Leben noch langsamer schlägt als anderswo wurde schnell klar. Wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt ist der Strand – einer von insgesamt 3 die sich die Küste entlang schlängeln.

Der Hauptstrand quasi menschenleer, von einer langen Promenade gesäumt, welche zahlreiche Restaurants, Hotels und Herbergen beheimatet. Die Strasse am Strand auch kaum befahren, wie ausgestorben. Die Strände laden nicht unbedingt zum Baden ein, am ehesten der Südlichste (Ao Manao).

Spiegelberg mit toller Aussicht, Tempel und lästigen Affen

Direkt neben dem Hauptstrand befindet sich der sogenannte Spiegelberg (Khao Chong Krajok) der von unzähligen, teilweise recht aggressiven Makaken Affen bewohnt wird.

Es ist von Vorteil einen Stock mitzunehmen, seine Habseligkeiten gut zu verstauen und keinen direkten Blickkontakt mit den Affen herzustellen. Auch der Stock sollte nur im Notfall verwendet werden, da Aggression naturgemäß mit Aggression beantwortet wird – und glaub mir dass willst du nicht haben!

Was man nicht tun sollte im Umgang mit Affen

Ich habe blöderweise falsch reagiert und meine Wasserflasche in Richtung eines Affen geschwungen (nicht auf ihn geworfen oder so) und dieser reagierte mit einem Zähnefletschen. Diese Affen haben wirklich sehr lange, scharfe Zähne! Der kalte Schauer, der mich für einige Sekunden übermannte war fast schon gruselig.

Ich habe die Thais beobachtet und da für Sie die Affen heilig sind, füttern Sie diese mit Leckereien und allerhand anderen Köstlichkeiten. Das wäre das nächste Mal ein Konzept und nicht mit den Affen in Konflikt zu geraten…

Der Aufstieg auf den Rund 250 Meter hohen Berg ist mittags zwar schweißtreibender, jedoch sind um diese Tageszeit auch die Affen wegen der Hitze ziemlich träge und weniger aggressiv.

Jedenfalls führen ca. 400 Stufen auf den Berg und oben ist nicht nur ein Tempel sondern auch eine grandiose Aussicht auf das unten liegende Prachuap und die 3 Strände (Ao Noi, Ao Prachuap und Ao Manao).

Prachuap Khiri Khan - Ban Ao Noi - ein kleines Fischerdorf

Ban Ao Noi – ein kleines Fischerdorf mit Tempel

Die Straße Richtung Norden führt in das kleine Fischerdorf Ban Ao Noi wo sich der wunderschöne Tempel Wat Phra That Khoa befindet.

Eine Höhle die über ca. 300 Stufen erreichbar ist beherbergt einen liegenden Buddha und versprüht ganz eigene Energien. Ich fühlte mich dort klein und unwichtig und wurde ganz bedächtig.

Neben dem Tempel befindet sich ein Teich mit zahllosen gemästeten Fischen. Futtersäcke gibt´s im Tempel zu je 20 Baht. Ich weiß leider nicht, was es mit den Fischen auf sich hat, vielleicht weißt du es ja? Ist auf jeden Fall ziemlich schräg.

Sonst gibt´s nicht viel in Prachuap. Man braucht auf jeden Fall ein Moped oder ein Fahrrad um die Gegend zu erkunden.

Die Expats

Erwähnenswert wären die Expats, also die Ausländer die dort leben. Meist sind sie mit einer Thai verheiratet und betreiben eine Bar oder ein Restaurant.

Wir haben einige von Ihnen kennengelernt und da wir einige Tage dort verbracht haben, hatten wir das Vergnügen die Streitereien unter den Expats miterleben zu dürfen. Es war teilweise ziemlich verrückt, mit den meist älteren Herren. Sie beschimpften sich und wollten einander an den Kragen, sie lästerten über die Frau des anderen und deren vorhandene oder eben nicht vorhandene Kochkünste. Fast hätten wir eine Schlägerei miterlebt…

Merkwürdig, sehr merkwürdig. Vielleicht passiert so etwas, weil den Jungs einfach langweilig ist. Es ist ja nicht viel los. Ein paar Bars und Kneipen. Es ist heiß und oft auch schwül. Man kennt sich. Man streitet sich. Im großen und ganzen hatten wir aber eine gute Zeit mit Ihnen, fast alle waren freundlich, bemüht und gaben uns Tipps rund um Prachuap Khiri Khan.

Ein harmloser Schwatz mit der Polizei

Auf einem Spaziergang hielt ein Polizeiauto direkt neben uns, die Polizisten stiegen aus und verwickelten uns in ein Gespräch. Normalerweise nicht unbedingt ein gutes Zeichen, aber es wurden nur Komplimente verteilt und Geschichten erzählt.

Später erfuhren wir von den Expats, dass die Polizisten nicht viel zu tun haben und sich über jedes in englisch geführte Gespräch freuen, um Ihre Sprachkenntnisse verbessern zu können.

Der zweite Eindruck

Prachuap Khiri Khan ist besonders. Ich habe eine so merkwürdige Stimmung nirgends in Thailand erlebt. Man ist quasi alleine unter Thais (und einigen Expats), westliche Touristen findet man hier nur selten.
Die Welt scheint sich hier langsamer zu drehen als im Rest Thailands.

Alles läuft gemächlich ab, und ist man länger dort sieht man, dass sich vieles von Tag zu Tag wiederholt – der thailändische Läufer, die allabendliche Zusammenkunft der Expats im Strandlokal, die Thais beim Picknick mit Whiskey und Chang Bier – es erinnert etwas an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Erwähnenswertes

• Das bei Thais so beliebte Hua Hin ist ebenfalls in der Provinz Prachuap Kiri Khan angesiedelt
• Will man zum Ao Manao, dem südlichsten Strand, muss man einen Flugzeuglandeplatz des Militärs überqueren
• Die schmalste Stelle Thailands ist hier (Zur burmesischen Grenze braucht man eine halbe Stunde mit dem Moped und es gibt einen schönen Wochenendmarkt gleich nach der Grenze)
• Günstige Hotels bzw. B&B´s
• Sehr gutes und preiswertes Essen überall in der Stadt
• Fahrradverleih an der Promenade

Was sind deine Geheimtipps? Wo ist Thailand noch ursprünglich?